Ich fasse mal die Infos aus dem Thread "Furchtbare Lade-Effizienz?" zusammen, weil das schon wichtig für Kona-Besitzer ist.
- Grundlagen
Lade-Verluste sind so definiert: Wenn man 1kWh Energie in den Akku steckt, sich die Energie im Akku aber nur um 0,9kWh erhöht, sind 10% "weg".
Wo ist die Energie hin?
Punkt 1: Der Gleichrichter wandelt AC in DC um, damit der Akku geladen werden kann. Ebenso ist das Lademanagement aktiv, und bestimmt auch weitere Steuergeräte. Heißt: Die Elektronik verbraucht schätzungsweise 400W während eines Ladevorgangs. Die sind dann weg.
Punkt 2: Unter manchen Umständen wird zusätzlich die Akkuheizung aktiviert, die mit 6kW üppig dimensioniert ist. Hier entstehen ebenfalls sehr große Verluste (siehe Punkt 4).
Ladeverluste sind NICHT das gleiche wie Mehrkosten.
Beispiel: Das Auto hat 20% Ladeverluste bedeutet, dass bei 1kWh an der Wallbox nur 0,8kW im Auto ankommt.
Aber: Wenn ich jetzt 50kWh an Akku nachladen will, brauche ich nicht 20% mehr (also 60kWh) sondern der Faktor ist 1/(1-0,2) = 1,25. Man muss also 25% mehr ins Auto laden, in dem Fall 62,5kWh, damit 50kWh im Akku landen.
Die MEHRKOSTEN können also nochmal mehr betragen, als man das bei "Ladeverlust" erwarten würde. - Laden unter Normalbedingungen und öffentlichen Ladestationen, z.B. mit 11kW (Best case)
Wenn der Akku warm genug ist (>10°C), ist keine Akkuheizung aktiv und das Auto lädt mit der vollen Geschwindigkeit. Hier sind die Ladeverluste im Bereich um die 10%. - Laden mit geringer Leistung (z.B. 1phasig)
Man kann den Kona 1phasig laden, z.B. mit dem beigelegten Ladeziegel. Hier ist der Anteil der Verluste unter "Punkt 1" relativ groß.
Meine Messungen zeigen, dass die Ladeverluste bei
6A (1380W): 35%
16A (3680W): 17%
liegen. Die Werte dazwischen ordnen sich ungefähr ein. Es ist also ratsam, mit größeren Ladeleistungen zu laden, auch wenn man ein Balkonkraftwerk hat und möglichst viel dazugeben möchte.
Die einzige Ausnahme von der 16A Empfehlung ist bei Punkt 4. - Laden bei Temperatur <10°C
Im Winter und in den Übergangszeiten wird der Kona ein bisschen seltsam.
Also:
Wenn Batterietemperatur <10°C UND die angebotene Stromstärke der Wallbox >14A ist, dann wärmt der Kona mit 6kW Leistung die Batterie auf 20°C hoch.
Im Extremfall (Minustemperaturen im Winter) kann das bewirken, dass die Heizung in den ersten 2 Stunden aktiv ist und rund die Hälfte der Wallbox-Energie auffrisst.
Das wirkt sich natürlich extrem negativ auf die Ladeverluste aus.
Bei kurzen Ladevorgängen hat man also Ladeverluste von bis zu 50%!
Bei längeren Vorgängen immer noch 20% oder mehr, je nachdem.
STRATEGIE?
- Wer daheim laden kann, sollte bei kalten Temperaturen die Wallbox auf 14A oder darunter begrenzen, damit das Phänomen nicht auftritt.
- Wer öffentlich laden muss, hat oft keine Wahl, was die Wallbox anbietet. Die Begrenzung des Ladestroms im Auto hilft NICHT.
Als Grundregel sollte man daher kurze Ladevorgänge vermeiden, damit die Heizung eine geringere Rolle spielt.
Ein kleiner Workaround klappt dann, wenn man mit Hilfe eines OBD-Bluetooth-Adapters und einer App wie CarScanner die Akkutemperatur auslesen kann.
Liegt diese unter 10°C kann man während der Fahrt schon die Akkuheizung aktivieren. Das kostet zwar auch Energie, aber wenn man es schafft, den Akku auf 10°C zu bringen, muss wenigstens nicht auf 20°C geheizt werden.
So, ich denke ich habe damit alle Erkenntnisse hier zusammengetragen und hoffe, damit zu helfen ![]()