Beiträge von taurui

    Hi zusammen,

    Ich hatte ja neulich mein 1phasiges Ladegerät durchgemessen, was Ladeverluste angeht.

    Jetzt hab ich ein 3phasiges Ladegerät am Start und wollte auch, startend von 6A, die Ladeverluste durchmessen.

    Aber, seltsam:
    6A wird nur 2phasig geladen (bei 33% Verlusten)

    7A wird auch nur 2phasig geladen.

    Bei 8A schaltet sich die dritte Phase oszillierend dazu und wieder weg - die 2 bisherigen Phasen bleiben also stabil, und die dritte schwankt zwischen 1A und 8A hin und her.

    Erst bei 9A wird stabil auf 3 Phasen geladen.


    Das Phänomen des 2phasigen Ladens bei 6/7A hatte ich übrigens an einer anderen privaten Wallbox auch schon bemerkt, es aber damals auf die Wallbox geschoben. Scheint aber jetzt doch am Auto zu liegen.


    Kann jemand das bei einem anderen Kona bestätigen oder hab ich einen Montagslader erwischt?

    Ich hab jetzt 2 Jahre lang nur öffentlich geladen und hatte nie Probleme damit.

    Einmal (!) glaube ich, konnte ich nicht entriegeln und den Stecker abziehen. Aber wenn man die Motorhaube öffnet ist direkt in der Nähe der Ladeklappe eine Notentriegelung.

    Ich glaub aber, wahrscheinlich hatte ich einfach die Zündung aktiv. Dann klappt das nämlich mit dem "entriegeln" durch Öffnen des Autos nicht mehr. Weiß ich mittlerweile :)

    Interessant wäre noch, welche Prozentpunkte Ladestand am Anfang/Ende deiner Messungen jeweils angezeigt wurden.


    Ich habe den Eindruck, dass die Ladeverluste mit dem Ladestand deutlich variieren.

    Hab die Zuordnung leider nicht eindeutig gemacht. Alle Messungen waren aber irgendwo im Bereich zwischen 50% und 80%.

    Hab übrigens bei 8A UND bei 10A noch 33% Ladeverluste gemessen :( glaube, das hab ich im "großen" Beitrag auch geschrieben.

    Ich fasse mal die Infos aus dem Thread "Furchtbare Lade-Effizienz?" zusammen, weil das schon wichtig für Kona-Besitzer ist.

    1. Grundlagen
      Lade-Verluste sind so definiert: Wenn man 1kWh Energie in den Akku steckt, sich die Energie im Akku aber nur um 0,9kWh erhöht, sind 10% "weg".
      Wo ist die Energie hin?
      Punkt 1: Der Gleichrichter wandelt AC in DC um, damit der Akku geladen werden kann. Ebenso ist das Lademanagement aktiv, und bestimmt auch weitere Steuergeräte. Heißt: Die Elektronik verbraucht schätzungsweise 400W während eines Ladevorgangs. Die sind dann weg.
      Punkt 2: Unter manchen Umständen wird zusätzlich die Akkuheizung aktiviert, die mit 6kW üppig dimensioniert ist. Hier entstehen ebenfalls sehr große Verluste (siehe Punkt 4).
      Ladeverluste sind NICHT das gleiche wie Mehrkosten.
      Beispiel: Das Auto hat 20% Ladeverluste bedeutet, dass bei 1kWh an der Wallbox nur 0,8kW im Auto ankommt.
      Aber: Wenn ich jetzt 50kWh an Akku nachladen will, brauche ich nicht 20% mehr (also 60kWh) sondern der Faktor ist 1/(1-0,2) = 1,25. Man muss also 25% mehr ins Auto laden, in dem Fall 62,5kWh, damit 50kWh im Akku landen.
      Die MEHRKOSTEN können also nochmal mehr betragen, als man das bei "Ladeverlust" erwarten würde.
    2. Laden unter Normalbedingungen und öffentlichen Ladestationen, z.B. mit 11kW (Best case)
      Wenn der Akku warm genug ist (>10°C), ist keine Akkuheizung aktiv und das Auto lädt mit der vollen Geschwindigkeit. Hier sind die Ladeverluste im Bereich um die 10%.
    3. Laden mit geringer Leistung (z.B. 1phasig)
      Man kann den Kona 1phasig laden, z.B. mit dem beigelegten Ladeziegel. Hier ist der Anteil der Verluste unter "Punkt 1" relativ groß.
      Meine Messungen zeigen, dass die Ladeverluste bei
      6A (1380W): 35%
      16A (3680W): 17%
      liegen. Die Werte dazwischen ordnen sich ungefähr ein. Es ist also ratsam, mit größeren Ladeleistungen zu laden, auch wenn man ein Balkonkraftwerk hat und möglichst viel dazugeben möchte.
      Die einzige Ausnahme von der 16A Empfehlung ist bei Punkt 4.
    4. Laden bei Temperatur <10°C
      Im Winter und in den Übergangszeiten wird der Kona ein bisschen seltsam.
      Also:
      Wenn Batterietemperatur <10°C UND die angebotene Stromstärke der Wallbox >14A ist, dann wärmt der Kona mit 6kW Leistung die Batterie auf 20°C hoch.
      Im Extremfall (Minustemperaturen im Winter) kann das bewirken, dass die Heizung in den ersten 2 Stunden aktiv ist und rund die Hälfte der Wallbox-Energie auffrisst.
      Das wirkt sich natürlich extrem negativ auf die Ladeverluste aus.
      Bei kurzen Ladevorgängen hat man also Ladeverluste von bis zu 50%!
      Bei längeren Vorgängen immer noch 20% oder mehr, je nachdem.
      STRATEGIE?
      - Wer daheim laden kann, sollte bei kalten Temperaturen die Wallbox auf 14A oder darunter begrenzen, damit das Phänomen nicht auftritt.
      - Wer öffentlich laden muss, hat oft keine Wahl, was die Wallbox anbietet. Die Begrenzung des Ladestroms im Auto hilft NICHT.
      Als Grundregel sollte man daher kurze Ladevorgänge vermeiden, damit die Heizung eine geringere Rolle spielt.
      Ein kleiner Workaround klappt dann, wenn man mit Hilfe eines OBD-Bluetooth-Adapters und einer App wie CarScanner die Akkutemperatur auslesen kann.
      Liegt diese unter 10°C kann man während der Fahrt schon die Akkuheizung aktivieren. Das kostet zwar auch Energie, aber wenn man es schafft, den Akku auf 10°C zu bringen, muss wenigstens nicht auf 20°C geheizt werden.


    So, ich denke ich habe damit alle Erkenntnisse hier zusammengetragen und hoffe, damit zu helfen :)

    Also, ich hab zuerst berechnet wieviel kWh ich benötige, um 1kWh im Akku zu erhalten. Das sind 1/(1-Ladeverluste), also z.B. bei 6A --> 1/(1-0,35) = 1,54kWh

    Dann hab ich das multipliziert mit dem centpreis vom Versorger (32ct) und mit dem Anteil des Netzstroms am Gesamtstrom.

    650/230 sind ja 2,83A, der Anteil vom Netz (3,17A) bis 6A sind dann 53%.

    Also (bei 6A) 1,54 * 0,32 * 0,53

    Da kann man bestimmt auch irgendwas einfacher rechnen, aber für Excel reichts ;)

    So, hier mal meine vorläufige Tabelle.

    Annahme: 650W Leistung meines Balkonkraftwerks ist dauerhaft verfügbar. Strompreis bei 32ct/kWh.


    Messwerte Ladeverluste (alle Messpunkte haben 2 Messungen mit mindestens 2, maximal 5 Stunden)


    Ladeverluste [%] Stromstärke [A]
    0,35 6
    0,33 8
    0,33 10
    0,23 13
    0,17 16


    Daraus ergibt sich folgendes:


    Stromstärke [A] Kosten pro kWh [ct] Dauer pro kWh [Minuten]
    6 0,26 66,89
    8 0,31 48,67
    10 0,34 38,94
    13 0,33 26,06
    16 0,32 19,64

    Da die Effizienz bis 10A megaschlecht ist und erst mit 16A merklich besser wird, gibt es eigentlich nur 2 sinnvolle Vorgehensweisen:

    Entweder laden mit 6A wenn Zeit wirklich gar keine Rolle spielt, oder einfach direkt mit 16A laden.