Moin Gemeinde. Ich teile das anscheinend weit verbreitete Verständnis für die Wartungskosten nicht. Das Ganze ist meies Erachtens hauptsächlich die Strategie der Hersteller, ihre liebgewonnenen Verbrenner-Umsätze ins Elektro-Zeitalter herüberzuretten. Das kann man nachvollziehbar finden, aber besser wird's dadurch nicht, wenn es fachlich nicht geboten ist.
Ich fahre seit knapp 35 Jahren Autos mit Klimaanlage, darunter Audis, BMW, Alfa Romeos, Porsche. Noch nie habe ich etliche hundert Euro für "Klimaanlagenwartung" bezahlt. Meine Erfahrung, ohne Fachmann zu sein: Entweder, es gibt einen Defekt (der ist zu reparieren), oder die Anlage läuft praktisch wartungsfrei. Wenn mir eine Werkstatt was von "fehlendem Kompressoröl" erzählt, hielte ich das für einen reparaturwürdigen Defekt oder Beutelschneiderei: Man will die Werkstattumsätze retten. Fehlt Kältemittel, ist irgendwas kaputt und undicht und muss ebenso - ggf. auf Garantie oder im Wege der Gewährleistung - repariert werden.
Es wird ja niemand gezwungen eine Klimaanlagenwartung gleich welchen Umfangs in Auftrag zu geben. Die gibt man ganz freiwillig in Auftrag oder lässt es. Und die wird ja nicht ausschließlich für Stromer angeboten, sondern auch für Verbenner.
Sie gehört auch nicht zum Wartungsumfang, ist also auch nicht garantierelevant. Kann also gar nicht Strategie des Herstellers sein, sondern alleine meine Verantwortung. Und wenn ich was in Auftrag gebe, die Werkstatt findet was, erwarte ich, dass die fehlenden Betriebsmittel ergänzt werden. Das würde ich ja auch bei Öl und Kühlflüssigkeit erwarten. Bevor ein Defekt reparaturwürdig wird, lasse ich lieber die Betriebsmittel prüfen.
Ob Klimaanlagen in Fahrzeugen "praktisch" wartungsfrei (was denn nun, wartungsfrei oder doch nicht ganz wartungsfrei?) laufen, kann ich nicht beurteilen. Ich weiß auch nicht, ob die tatsächlich genauso aufgebaut sind wie Kühlschränke (die ja stationär, bei ziemlich gleichbleibenden Temperaturen betrieben und nicht ständig durchgeschüttelt werden, weiß ich ebenfalls nicht. Ich bin nicht vom Fach. Aber sowohl mir als auch einer Bekannten ist es passiert, dass das Kühlmittel komplett weg war und soweit ich weiß, dient das auch zur Schmierung der Dichtungen (Simmerringe?).
Jetzt ist natürlich die Frage, ob die Dichtungen versagten, weil das Kühlmittel als Schmiermittel gefehlt hatte, oder ob das Kühlmittel fehlte, weil die Dichtungen versagten. Um diese Frage zu beantworten, können Fachwerkstätten ja auch eine Dichtheitsprüfung durchführen.
Ich bin in über 50 Jahren sehr viel PKW gefahren. Da gab es welche, da musste man regelmäßig Kühlwasser nachfüllen, bei den Meisten war das nicht nötig. Da gab es einige, bei denen musste man zwischen den Ölwechseln (bei einem war das Intervall 40.000 KM) überhaupt kein Öl nachfüllen, und bei anderen alle paar Tausend KM. Bis vor 10 Jahren bin ich fast ausschließlich Dienstwagen gefahren. Die meisten Rg bekam ich nicht zu sehne. Aber es gab auch welche mit der Position "Klimaanlagenwartung". Aber das kann gerne jede/r halten wie sie/er möchte.